Erschienen in
photon.info
am
08.10.2025
SolarEdge und Solation wollen mit virtuellen Batterien Eigenverbrauch in gewerblichen Mehrparteien-Gebäuden erhöhen
Der israelische Speicher- und Wechselrichterhersteller Solaredge Technologies, Inc. und die Münchener Solation GmbH haben ein »virtuelles Batterie«-Konzept für Mehrmieter-Gewerbegebäude in Deutschland vorgestellt.
Das von Solation entwickelte Konzept einer virtuellen Batterie entspricht der deutschen Mieterstromverordnung und maximiert den Verbrauch von Solarenergie, heißt es in einer Mittteilung der Unternehmen.
Vermieter und Mieter erhalten im Gegenzug für die Nutzung ihrer Dachfläche durch Solation für die Solarenergie eine garantierte Ermäßigung von zehn Prozent auf ihre Energiekosten.
Die von Solation finanzierte Dachsolaranlage versorgt das gesamte Gebäude mit Strom, einschließlich der Gemeinschaftsräume und der Büros aller Mieter. Die Idee: Nicht jeder Mieter entscheidet sich für die Teilnahme am Solarprogramm. Der Anteil des Solarstroms, den Nichtteilnehmer hätten verbrauchen können, geht jedoch nicht verloren, sondern wird stattdessen als »virtuell gespeichert« behandelt und später den teilnehmenden Mietern zugewiesen. »Auf diese Weise profitieren diese Mieter von einem größeren Anteil an lokaler Solarenergie, der Eigenverbrauch des Gebäudes steigt deutlich – und das alles ohne die Notwendigkeit einer physischen Batterie«, so die Unternehmen. Solation verwaltet das Projekt von Anfang bis Ende – von der Planung und Installation bis zum Betrieb und zur Abrechnung mit den Mietern.
»Gewerbliche Mehrmietergebäude sind nach wie vor ein weitgehend unerschlossener Markt für Solarenergie, nicht wegen fehlender Dachflächen, sondern aufgrund regulatorischer und buchhalterischer Hürden«, erklärt Sebastian Hugl, CEO von Solation. »Wenn Vermieter Solarstrom vom Dach direkt an Mieter verkaufen, riskieren sie den Verlust wertvoller Steuervorteile und sehen sich mit hochkomplexen Abrechnungsstrukturen konfrontiert. Im Vergleich zu einfacheren Anlageklassen wie Logistikimmobilien ist die Umsetzung von Solar-Modellen für Mieter daher weitaus schwieriger.«
Der erste Standort mit einer virtuellen Batterie von Solation und SolarEdge ist nun bei FRIO3, einem neuen Mehrmieter-Gewerbegebäude im Stuttgarter Gewerbegebiet Weilimdorf, in Betrieb (Foto). In dem Gebäude, in dem unter anderem eine Tierrechtsorganisation und mehrere Ingenieurbüros ansässig sind, werden jährlich 270.000 Kilowattstunden (kWh) verbraucht. Die Photovoltaikanlage mit 222 Solarmodulen auf dem Dach wird voraussichtlich 95.000 kWh pro Jahr erzeugen. Mithilfe des neuen virtuellen Metering-Systems nutzt das Gebäude 83 Prozent der täglich produzierten Solarenergie, während die überschüssige Energie an das Netz verkauft wird.
